Abfindung

Oftmals kommen Arbeitnehmer infolge einer Kündigung durch den Arbeitgeber in den Genuss einer Abfindung.

Bei einer Abfindung handelt es sich um eine einmalige Geldzahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Kündigung oder Aufhebungsvertrag.

Zu beachten ist, dass eine Abfindung ebenso wie Einkommen zu versteuern ist. Sozialversicherungsbeiträge fallen allerdings grundsätzlich nicht an (§ 14 SGB IV).

Dabei wächst der Steuersatz bei steigendem Einkommen.

Bei einer Auszahlung der Abfindung in einem Kalenderjahr, kann die Steuerlast abgemildert werden, indem der Arbeitnehmer die Anwendung der Fünftelregelung beantragt.

Welche Vorteile bringt die sog. Fünftelregelung?

Durch die Anwendung der Fünftelregelung wird die Abfindung im Rahmen der Steuerberechnung fiktiv auf fünf Kalenderjahre aufgeteilt.

Dies hat zur Folge, dass je Kalenderjahr nur ein Fünftel der Abfindung in der Steuerberechnung zum Jahreseinkommen addiert wird.

Mithin wird ein geringerer Abfindungsbetrag – gleich einem geringeren Einkommen – niedriger besteuert.

Wie erfolgt die Berechnung der Abfindungssteuersumme?

(1) Zunächst erfolgt die Berechnung der Einkommensteuer auf das zu versteuernde Einkommen des Kalenderjahres ohne Einbeziehung der Abfindung.

(2) Daraufhin wird die Abfindung fiktiv auf fünf Jahre aufgeteilt.

(3) Demnach wird ein Fünftel der Abfindung zum Jahreseinkommen addiert und hierauf erneut die Steuer berechnet.

(4) Die Differenz der Einkommenssteuer ohne Abfindung aus (1) und die Einkommenssteuer mit Abfindung aus (3) wird mit dem Faktor 5 multipliziert.
Der daraus errechnete Betrag wird als Abfindungssteuersumme bezeichnet, d.h. die Steuer, welche bei Anwendung der Fünftelregelung für die Abfindung anfällt.

Bei Einbeziehung der gesamten Abfindung bei der Steuerberechnung eines Kalenderjahres, würde die Abfindungssumme auf folgende Art berechnet werden:

(1) Zunächst erfolgt die Berechnung der Einkommensteuer auf das zu versteuernde Einkommen des Kalenderjahres ohne Einbeziehung der Abfindung.

(2) Weiterhin wird die Einkommensteuer auf das Einkommen des Kalenderjahres samt Abfindung berechnet.

(3) Die Differenz der Einkommenssteuer ohne Abfindung aus (1) und die Einkommenssteuer mit Abfindung aus (2) stellt die Abfindungssteuersumme dar.

Wer sich allerdings eine hohe Steuerentlastung durch die Anwendung der Fünftelregelung verspricht, der muss leider enttäuscht werden. Die Steuerersparnis fällt bescheiden aus.

Was sind die Voraussetzungen der Fünftelregelung?

Die Rechtsgrundlage für die Anwendung der Fünftelregelung findet sich in § 34 I, II Nr. 2 in Verbindung mit § 24 Nr. 1 a EStG.

Zunächst müssen in dem jeweiligen Kalenderjahr die Einkünfte des Arbeitsnehmers unter Einbeziehung der Abfindung einen höheren Betrag ergeben als die Einkünfte, die er erzielen würde, wenn er bis zum Ende des Kalenderjahres seinen regulären Lohn von seinem Arbeitgeber erhalten würde.

Zudem ist erforderlich, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber erfolgt ist.

Bis vor kurzem war fraglich, ob die Fünftelregelung anzuwenden ist, wenn das Arbeitsverhältnis infolge eines Auflösungsvertrages einvernehmlich beendet wurde.

Mit Urteil vom 13.03.2018, IX R 16/17 hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Fünftelregelung in solchen Fällen angewandt werden darf.

Das vollständige Urteil siehe: http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=en&nr=37078.

Welche weiteren Möglichkeiten der Steuerentlastung bestehen in Bezug auf eine Abfindung?

1) Eine Alternative zur Fünftelregelung stellt die folgende Möglichkeit der Steuerentlastung dar.
Ist im folgenden Kalenderjahr mit einem niedrigeren Einkommen zu rechnen, so ist eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber sinnvoll, dass diese die Abfindung erst im folgenden Kalenderjahr auszahlen solle.
Durch ein insgesamt niedrigeres Einkommen im Folgejahr, wird eine dementsprechende geringere Steuersummer anfallen.
2) Eine weitere Möglichkeit, um eine Steuerentlastung herbeizuführen, kann durch eine Aufteilung der Auszahlung der Abfindung auf zwei Kalenderjahre erfolgen.
Allerdings muss vor Fälligkeit der Abfindung durch die Parteien der jeweilige Auszahlungstermin bestimmt worden sein.
Im Ergebnis ist der Betrag der Abfindungssteuersumme derselbe wie bei Auszahlung innerhalb eines Kalenderjahres. Jedoch wird durch die Aufteilung der Abfindung auf zwei Kalenderjahre zugleich die Steuerlast dementsprechend auf beide Kalenderjahre aufgespalten.

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